Krisengefahren in der Weltwirtschaft

Überlebensstrategien für das Unternehmen

Bereits 1991 zeigt Fredmund Malik in "Krisengefahren in der Welt­wirt­schaft", dass die damalige Hoch­kon­junktur in wichtigen Teilen der Wirtschaft nicht durch Leistung ent­standen ist, sondern durch Ig­no­rie­ren und Ausserkraftsetzen be­währ­ter Prinzipien kaufmännischer Sorgfalt und des gesunden Men­schen­verstandes. Wichtige Sig­na­le wurden missachtet, vor allem die Bedrohung durch die weltweite Verschuldung der westlichen Industrienationen.

 

"Der Durchschnittsamerikaner hat auf eine Fortsetzung der Inflation gehofft und mit vielen Schulden Sachwerte aller Art, vor allem Immobilien gekauft. Viele dieser Schuldner gerieten dann im Verlauf der 80er Jahre, vor allem wegen der scharfen Anti-Inflationspolitik, in Schwierigkeiten. Nicht wenige verschuldeten sich zur Schuldenzahlung, ein Prozess, der sich bekanntlich nicht ewig fort­set­zen lässt. Doch auch jene, die schon früher Grundbesitz erworben haben, sind weiter neue Verbindlichkeiten eingegangen. Es wurden dritte Hypotheken auf Häuser aufgenommen, um ein neues Auto oder eine Urlaubsreise finanzieren zu können. Die erzielten Preissteigerungen sind also als dauerhaft angesehen worden, ein Fehler, der schon bald schwerwiegende Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben kann." 1

 

"Angesichts der starken und spektakulären Preisanstiege der letzten Zeit glau­ben immer mehr Anleger an schnelle und risikolose Gewinne. Also genau der Prozess, der sich bereits bei Gold, Silber, Immobilien und Aktien abgespielt hat. [...] Doch davon kann realistisch auf Dauer nicht ausgegangen werden. Ho­he Fremdfinanzierung erhöht die Anfälligkeit eines Marktes, und es ist abzu­se­hen, dass es auch in diesem Bereich zu Preiskollaps und Zwangs­ver­käu­fen kommen wird. Spätestens dann, wenn die Zinskosten über den Wert­zu­wäch­sen des beliehenen Objekts liegen, sind Notverkäufe denkbar, die eine Kettenreaktion auslösen..." 2

 


 

1 Auszug aus "Krisengefahren in der Weltwirtschaft" (Malik, F. und Stelter, D.: Krisengefahren in der Weltwirtschaft. Stuttgart: Schäffer, Verl. für Wirtschaft und Steuern, 1990.)

2 ebd.

 

 

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